Container: Die Häuser der Zukunft? (Teil 1)

Sie denken, dass Container nur hässliche Stahlboxen sind, in denen Güter über den Seeweg verfrachtet werden? Weit gefehlt.

Der neue Trend im Hausbau heißt „Cargotecture“ – ein Portmonteau aus dem Englischen für „Fracht“ (Cargo) und „Architecture“ (Architektur). Bürobauten aus Schiffscontainern kennen die meisten Menschen. Aber in einem industriell-anmutenden Kastenklotz dauerhaft wohnen?

Vom Schiffscontainer zum Wohncontainer

Auch wenn der Container als Wohnung hierzulande (noch) nicht sehr oft anzutreffen ist, ist die Idee nichts Neues. Schon Mitte des 20. Jahrhunderts wurden ausgemusterte Schiffscontainer nutzbringend in Unterkünfte verwandelt. Die stetig steigende Mobilität der Menschen zog das Bedürfnis nach ebenso mobilen Häusern nach sich.
Dennoch blieb der Container lange Zeit entweder avantgardistischen Architekturexperimenten oder vorübergehenden Obdachlosen- oder Studentenwohnheimen vorbehalten.

In unserer heutigen Zeit, wo Mangel an Wohnraum eher die Regel als die Norm ist, kann man die Vorteile des Wohncontainers – Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit – nicht ignorieren. Es ist vielleicht auch Ironie, dass Wohncontainer gerade aufgrund ihrer mobilen Vorteile so lange unbeliebt waren. Denn auch wenn der Mensch weiß, dass er vermutlich irgendwann umziehen wird, liegt es in seiner Natur, das Gefühl von Sesshaftigkeit haben zu wollen. Also müssen Wohncontainer / Raumzellen Beständigkeit ausstrahlen. Und das ist heute durchaus machbar.

Schiffscontainer eignen sich sowohl für den Wohnungs- wie Hausbau und bieten viele Vorteile gegenüber konventionellen Bauweisen: Sie können schneller fertiggestellt werden und stellen eine erhebliche Material- und Kostenersparnis dar. Sie sind hoch-anpassungsfähig und lassen sich ohne riesigen Bauaufwand an die veränderlichen Bedürfnisse ihrer Bewohner anpassen. Sie können eben mit der Familie wachsen, denn der Ausbau eines Wohncontainers, z. B. um Platz für ein Kinderzimmer oder eine Einliegerwohnung zu schaffen, ist mit wesentlich weniger Aufwand verbunden, als bei einem Ziegelbau.

Wie wohnt es sich in einem Wohncontainer?

Das Leben in Schiffscontainern kommt langsam in die Mode und bietet eine zeitgemäße Alternative zum klassischen Wohnbau. Die flexible Bauweise erlaubt Individualisierung durch Dekor, und ihre Infrastruktur ist mittlerweile so fortschrittlich geworden, dass man nicht auf Komfort verzichten muss: Waschmaschine, Toilette, komplette Küchenausstattung usw. sind kein Problem. Innen wie Außen kann man sich in einem Wohncontainer eben wohlfühlen.

Zur Außenverkleidung des Wohncontainers steht eine Vielzahl praktischer und optischer Möglichkeiten zur Auswahl. Beschichtete Aluminiumpanele in Taubenschwanz-Optik stellen eine beliebte Lösung dar, denn sie sind in unzähligen Farben und Breiten erhältlich. Sogar der Schiffscontainer selbst kann in jeder beliebigen Wunschfarbe lackiert werden. Der Fensterbau gestaltet sich sogar einfacher als bei einem Ziegelsteinhaus: Der Ausschnitt der Stahlwand ist vergleichsweise schnell gemacht und es entsteht eine saubere Schnittkante. Ob klassisches Rechteck, Bullauge oder Fantasieform – der Wohncontainer macht Kreativität möglich.

Aber wie sieht es innen aus? Ein typischer Wohncontainer beinhaltet z. B.:

– isolierte Innenwände und Decke
– Wandverkleidung nach Wunsch (Holzverkleidung, Trockenbau, u. v. m.)
– Linoleum oder Teppichboden
– abgetrenntes Badezimmer mit Warmwasser
– Küche
Heizung
– Elektroinstallation (Steckdosen, Lichtschalter, Lampenauslässe usw.)

Der Wohncontainer kann nun nach jedem Geschmack eingerichtet werden. Durch eine Qualitätsisolierung hat der Wohncontainer sogar eine bessere Schalldämmung gegenüber einer herkömmlichen Wohnung. Gemütlichkeit im Wohncontainer ist machbar!

Im Teil 2 geht es um die Themen:

Für wen werden Wohncontaineranlagen gebaut?

Wohncontainer und Nachhaltigkeit

Container – die Häuser der Zukunft (Teil 2)

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