Wer hat den Container erfunden?

Die Erfindung des Containers

Heutzutage gehören Container zum Alltagsbild – auf Baustellen, Lkws, an Bahnhöfen oder Häfen. Der Warentransport im Container ist für uns selbstverständlich, ein Welthandel ohne ihn nicht mehr vorstellbar. Ganz anders verhielt sich das vor rund 60 Jahren. Damals wurden Stahlkisten als Transportmittel noch müde belächelt oder mit bösen Blicken bedacht. Wir zeigen Ihnen, wie sich der Container trotz anfänglich vehementen Widerstands durchsetzen konnte.

Die Ausgangssituation: Muskelkraft und lange Löschzeiten

1956 gestaltete sich das Beladen und Entladen folgendermaßen: Viele Menschen waren damit beschäftigt, Säcke, Holzkisten und Ballen mit Muskelkraft vom Lkw in den Lagerraum eines Schiffs zu transportieren. Für besonders schwere Güter kamen Winden zum Einsatz, die von einem Windenführer gelenkt wurden. Oftmals mussten die Güter nach dem Abladen noch umverpackt und zwischengelagert werden, bevor sie den Weg auf das Schiff antreten konnten.

Mitte der 50er Jahre dauerte es etwa eine Woche, ein 5000-Tonnen-Schiff zu löschen – mit der Muskelkraft von 60 Männern.

Malcolm McLean – der Erfinder des Containers

Eine Woche für ein Schiff, verbunden mit einem teils unorganisierten Arbeitsablauf am Hafen – das dauerte dem Spediteur Malcolm McLean (1913 – 2001) viel zu lang. Er hatte sich nach seinem High School Abschluss als Tankwart das Geld für einen Lkw angespart und mit seinen Geschwistern Clara und Jim eine kleine Spedition gegründet. Von Beginn an war er unzufrieden mit der Dauer des Beladens und Entladens – diese Methode kostete viel Zeit und damit viel Geld. Also suchte er nach einer ökonomischeren Lösung.

Die erste Idee war, den gesamten Lkw auf das Schiff zu verladen. McLean konnte dafür allerdings keine Investoren finden. So blieb es zunächst bei einer Idee und der Spediteur beschränkte sich in den folgenden Jahren auf den Ausbau seines Unternehmens. Das verlief so erfolgreich, dass er 1955 seine Geschäftsanteile für rund 25 Millionen Dollar verkaufte und die kleine Reederei Pan-Atlantic Steamship Company übernahm.

Dieser Kauf war der erste Schritt, um seine Idee mit eigenen Mitteln in die Realität umzusetzen. Die Idee vom kompletten Verladen des Lkws hatte McLean in der Zwischenzeit zu einem standardisierten Kistensystem weiterentwickelt. Er baute den Frachter IDEAL X um, sodass genormte Kisten darauf verladen werden konnten, die den Platz optimal nutzten. 1956 war es so weit: Der Frachter trat mit 58 Stahlkisten seine Fahrt von Newark nach Texas an.

Ein Containermaß für alle Transportwege

Ob der Transport über den Landweg, übers Wasser oder über Schienen – der Idee McLeans ist es zu verdanken, dass die Logistik heute unabhängig vom Transportfahrzeug bzw. vom Transportweg funktionieren kann. Nur dadurch konnten die Frachtkosten deutlich verringert werden, nur dadurch erhalten wir schnell bezahlbare Waren aus aller Welt.

Heute können selbst Container-Riesen mit rund 19.000 TEU (Standardcontainern) binnen weniger Stunden entladen und beladen werden. Über Containerbrücken werden die 20-Fuß- und 40-Fuß-Stahlbehälter mit Leichtigkeit transportiert – 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche. Etwa 95 Prozent des gesamten Welthandels laufen heute über den Transport dieser Standardcontainer.

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